Just 4 Noise: Die Entstehungsgeschichte

Von Drum Machines und generativer KI…

Es war ein ziemlich dunkler und grauer Morgen in Berlin — in der Mitte des Februars in diesem Teil der Welt nichts Ungewöhnliches. Ein solcher Tag in Deutschland kann sich endlos anfühlen, doch dieser besondere entfachte etwas sowohl Trauriges als auch Besonderes. Ich absolvierte meine übliche Wintermorgenroutine: mehrere Kleidungslagen anziehen, einen Topf heißen Tee kochen und meine Geräte einschalten, um seltsame Geräusche zu machen. Diese Routine hatte ich mir nach zwei Wintern in Berlin angewöhnt, weil ich gelernt hatte, dass ich jeden Morgen ein warmes, kreatives Ventil brauche, um genug Energie für den Tag zu haben. Als ich mein Modular-Rack einschaltete und die blinkenden Lichter bewunderte, drückte ich den „ON"-Knopf an meiner verlässlichen Drum Machine — nur um von der fehlenden Boot-Sequenz enttäuscht zu werden… Das war der Tag, der alles veränderte.

my broken, ol’ reliable drum machine the day of the incident

Als ich meiner Hardware so treu wurde, hatte ich all die Traurigkeit vergessen, die mit dem Sample-Doom-Scrolling einhergeht. Doch mit einer kaputten Drum Machine war ich wieder dabei. Anstatt eine Stunde zu jammen und Knöpfe zu drehen, verbrachte ich 45 Minuten damit, meine Sample-Ordner zu suchen, und 15 Minuten damit, in den Abgrund zu starren und meinen Mangel an Festplattenorganisation zu bedauern. Obwohl das einen weiteren melancholischen Wintertag einleitete, gebar genau dieser trübe Morgen eine neue Welt der Schöpfung.

Jenseits der Mythen, Witze und Memes: Die Idee hinter Just 4 Noise entstand aus einem echten Problem in der Welt der Musikproduktion. Bevor wir irgendetwas gebaut haben, sprachen wir mit Freunden, Kollegen, Fremden und sogar Feinden über Schmerzpunkte in ihren kreativen Workflows — und wir bemerkten einen ziemlich deutlichen Trend. So oft wie Menschen mit einem gleichmäßigen Strom an Inspiration und Kreativität kämpfen, kämpfen sie auch mit dem Universum endloser verfügbarer Klangwelten. Einfach gesagt: Es gibt zu viele Samples da draußen. Als Bedroom Producer mit digitalen Tools — wie kann man sich jemals auf den einen, perfekten Kick festlegen? Ich vergleiche das mit dem Gang durch einen amerikanischen Supermarkt auf der Suche nach einer einfachen Tüte Chips — klar, man kann zu den großen Marken greifen, aber man hat immer das Gefühl, dass ein verstecktes Geschmacksjuwel in diesem überwältigenden Gang auf seine Entdeckung wartet. Zu viele Optionen und zu viele Daten führen zu zu viel Zeit mit Suchen statt Erschaffen.

Ich teilte diese Erkenntnisse meinem damaligen Vertrauenskollegen Henning mit, der ein Machine-Learning-Zauberer und auch generell ein großartiger Gesprächspartner für das Leben, Weltprobleme und Lösungen ist. Als ich das Feedback weiterhin als ein Suchproblem formulierte, wies er schnell darauf hin, dass die Lösung des Sample-Grabens nicht suchbezogen sein muss. Und so kam die Konzeption von Just 4 Noise: ein generatives KI-Tool für Musikproduzenten, die das Suchen nach Samples hassen. Henning erklärte, dass wenn wir den richtigen Datensatz zusammenstellen können, wir maschinelle Lernmodelle erstellen können, die völlig neue, hochwertige Samples generieren können, die sich an der Kernkomposition des Datensatzes orientieren. Diese Perspektive entzündete etwas in mir, und ich wusste, dass das gebaut werden musste.

Im Laufe vieler Café-Coworking-Sessions konnte ich Henning nicht nur davon überzeugen, mich auf dieses Abenteuer zu begleiten, sondern auch, uns auf prompt-basierte Samplegenerierung zu konzentrieren — eine Leistung, die in der Welt der Audio-Sample-generativen KI bis heute nicht existiert. Der Grund für diese prompt-orientierte UI-Entscheidung kam aus Folgegesprächen, die ich mit jenen Musikproduzenten führte, die über die verschwendete Zeit beim Samples-Suchen klagten. Sie argumentierten, dass sie die Sounds in ihrem Kopf recht leicht in Worte fassen können, und wenn es nur eine Möglichkeit gäbe, diese Worte in ein hochwertiges Rendering zu übersetzen, würde sich ihre Lebensqualität verzehnfachen.

Einige Monate später sind wir hier! 9.000 Kick Drums, eine v4 unseres kleinen Machine-Learning-Modells, einige hundert Benutzer, die unser Beta-Produkt testen, und viel Begeisterung über die Zukunft :) Ich hoffe, es hat dir Spaß gemacht, ein bisschen darüber zu lesen, wie wir dahin gekommen sind, wo wir heute sind. Ich werde dieses Forum weiterhin für Humor und alles rund um Musik und Technologie nutzen.

Wie immer — fühl dich frei, dich zu melden!

— Max (max@just4noise.com)

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